Was ist die Werkstatt?

Der gemeinnützige WerkStadtpiraten e.V. unterhält eine offene Werkstatt im Dresdner Stadtteil Löbtau in den Räumen des Rosenwerks.
Die Idee der Werkstatt basiert auf dem Do-It-Yourself Prinzip. Dahinter verbergen sich unserer Auffassung nach zumindest zwei Aspekte. Der erste ist ein praktischer, denn wer ist in seinem oder ihrem Leben noch nicht an die Grenzen seines handwerklichen Könnens oder des eigenen Werkzeugkoffers gestoßen. Wer seine Ideen trotzdem nicht so leicht aufgeben will, braucht zum Einen eine Werkstatt und zum Anderen die Vernetzung mit Anderen, die ihr Wissen teilen oder beim Rumexperimentieren helfen können und wollen. Der zweite Aspekt ist viel weitgreifender: Statt perspektivlos in einer Lohnarbeits- und Wegwerfgesellschaft zu leben, wollen wir Wege finden in einem Raum mit möglichst wenig Einschränkungen das handwerkliche Arbeiten auszuleben und dabei etwas über uns selbst und unser Miteinander zu lernen. Zusammen mit unseren Besucher_innen wollen wir selbstbestimmt miteinander kreativ und produktiv sein.

Wie funktioniert die Werkstatt?

Wir stellen gegen Spende unseren Werkraum zur Verfügung, in dem Werkplätze, sowie einiges an Handwerkzeugen und Maschinen vorhanden sind. In Abhängigkeit von der Art der Arbeit und den Fähigkeiten unserer Nutzer_innen können wir beraten und helfen oder verweisen in kniffligen Fällen an befreundete Handwerker_innen, damit die Vorhaben auch verwirklicht werden. In diesem Sinne verstehen wir uns allerdings nicht als Dienstleister_innen, sondern als Teil eines wachsenden Netzwerks, das auf gegenseitiger Hilfe, Offenheit und Experimentierfreudigkeit basiert. Unsere Arbeitsbereiche sind die Holz-, Metall- und Elektronikbearbeitung.

Was ist der Werkstatt wichtig?

Weil wir in der Werkstatt mehr als technische Zweckerfüllung sehen, steht und fällt ihr Erfolg mit dem Umgang miteinander. Deshalb richten wir uns gegen gesellschaftliche Phänomene wie Ausbeutung, Konkurrenzdruck sowie sexistisches Gehabe, das bekanntlicherweise im Handwerk allzu oft dazu zu gehören scheint. Wir stehen für selbstbestimmte, hierarchiearme Arbeit. Wir verstehen uns als ein unabhängiges, offenes und unkommerzielles Projekt.

Wie organisiert sich die Werkstatt?

Die anfallenden Verwaltungs- und Arbeitsaufwändungen organisieren wir über gleichberechtigte Absprachen. Wer sich in die Organisation der Werkstatt einbringen will, kann dies im Rahmen ihrer oder seiner Möglichkeiten und Interessen tun. Das Spektrum ist hierbei groß. Es beginnt bei der Arbeit an Werkstattausstattung und Maschinen, geht über Betreuung zu den Öffnungszeiten bis hin zu Präsentations- und Flyergestaltung oder der Vereinsverwaltung. Wer sich einbringen möchte, kann einfach zu den Öffnungszeiten vorbeikommen und sich selbst ein Bild machen. Gerne arbeiten wir auch mit anderen Gruppen und Vereinen zusammen und stellen die Räumlichkeit für Workshops zur Verfügung.

Wer sind wir und wie finanziert sich die Werkstatt?

Eine Erfahrung, die uns kontinuierlich begleitet, ist, dass handwerkliches Arbeiten teuer ist. Trotzdem ist es uns wichtig die Werkstatt jeder und jedem zugänglich machen zu können, unabhängig davon, wieviel sie oder er bezahlen kann. Da wir (Auszubildende, Studierende, und Hartz4-Empfangende) die laufenden Kosten, sowie den Verschleiß auf Dauer nicht aus eigener Tasche finanzieren können, sind wir auf finanzielle Unterstützung und Material- bzw. Werkzeugspenden angewiesen.

Gründungsprozess

Bevor wir beim Rosenwerk gelandet sind, existierte die Werkstadt zuerst von 2009 bis 2010 in Friedrichstadt. Dort war jedoch die Miete hoch, die Lage abgeschieden und die Nachbarschaft bildeten Industrieunternehmen. Im Sommer 2010 sind wir dann auf den Freiraum Elbtal e.V. in Pieschen umgezogen. Dort haben wir einen Herbst damit verbracht eine abbruchreife Halle wieder nutzbar zu machen – Bilder davon findet ihr unten. Bis der Freiraum Elbtal Anfang 2015 geräumt wurde, verbrachten wir dort eine ereignisreiche Zeit und konnten viele Projekte umsetzen. Durch die Räumung liegt das Gelände nun brach, ein Plan dafür ist nicht in Sicht und wir wurden zu über einem Jahr Pause gezwungen, bis uns Anfang 2016 unsere Freund_innen vom Rosenwerk einluden, bei ihnen einen Raum zu bespielen. Dort starten wir seit Frühling 2016 wieder durch mit neuen Projekten und Ideen! Wir freuen uns auf euch und viele weitere Jahre Skillsharing, Frickeln und Vernetzen!

neue Räume im Herbst 2010

die Werkhalle im Ausbau

Au�enmauer-Einriss

wir wollten eine Einfahrt in die Werkhalle

Oberlichter-Ausbau

Es gab zuerst auch keine Oberlichter

Chaos in der Werkhalle

erst mal alles rein da

Werkhalle heute

Ansicht der Werkhalle

lagersortierung

Lagersortierung

Schrauben, Mutter, Nieten, alles fein sortiert

Schrauben, Mutter, Nieten, alles fein sortiert

Schweiß-Äktschn

Schweißen in Äktschn